Schreib einen Brief an dein künftiges Ich
Ein Gespräch mit dir selbst, quer durch die Zeit. Du schreibst jetzt, du liest dich in 1, 5 oder 10 Jahren.
Ein Brief an dein zukünftiges Ich hält vor allem fest, wovon du vergessen wirst, dass du es mal gedacht hast. Capsül schickt ihn an deine Adresse, an dem Tag, den du wählst, sechs Monate bis zehn Jahre später, mit Verlängerungen bis zu fünfzig. Hier steht, was hineingehört, dazu drei sehr verschiedene Briefe.
Vorsätze zum 1. Januar
Schreib deine Ziele auf. Lies sie am 31. Dezember. Hast du deine Versprechen gehalten?
Persönliche Herausforderung
"In einem Jahr habe ich …" Setz dir eine Marke und stell dich deinem künftigen Ich.
Tagebuch durch die Zeit
Halte fest, was du gerade lebst. In fünf Jahren liest du diese Seite deines Lebens mit neuen Augen.
Ein Rat an dich selbst
Was würdest du dir in zehn Jahren sagen? Schreib es auf. Dich selbst zu lesen wird dich überraschen.
Was gehört in einen Brief an sich selbst?
Deine Meinungen von heute, vor allem die, bei denen du dir sicher bist. An Ziele denkt jeder. Vergessen wird, woran du geglaubt hast: was du über deinen Job gedacht hast, über die Stadt, in der du lebst.
In fünf Jahren hast du das alles umgeschrieben, ohne es zu merken. Der Brief ist dein Zeuge.
Schreib auch auf, was dir Sorgen macht. Nicht, um dich später zu erschrecken, sondern um den Abstand zu messen zwischen dem, was du befürchtet hast, und dem, was wirklich passiert ist. Dieser Abstand ist oft ärgerlich. Aber nützlich.
Wie lange soll er unterwegs sein?
Lange genug, um deine Meinung zu irgendetwas geändert zu haben. Sechs Monate reichen für eine unruhige Phase, einen Umzug oder einen neuen Job. Fünf oder zehn Jahre passen zu einem längeren Brief.
Kostenlos liegt das Datum höchstens 180 Tage entfernt. Für spätere Daten schiebt ein Paket die Grenze, und nur das Prestige-Paket nimmt Verlängerungsjahre. Im Formular setzt der Button "Mich selbst hinzufügen" deine Adresse zu den Empfängern.
Wenn du eine Schritt-für-Schritt-Methode willst, findest du in diesem Artikel eine. Und was dreißig Jahre mit einem ganz gewöhnlichen Gegenstand machen, zeigt die Maus von Steve Jobs.
Wie sieht ein guter Brief an dein zukünftiges Ich aus?
Ein datierter Bericht, mit Namen und Zahlen. Die drei Briefe unten haben fast nichts gemeinsam, und das ist Absicht.
Miriam, du bist 31, arbeitest seit sechs Jahren bei der Sparkasse und erzählst allen, das sei "nur übergangsweise". Das erzählst du seit sechs Jahren. Du glaubst, Lissabon sei die einzige Stadt, in der du leben könntest. Du warst vier Tage dort, im August, bei 39 Grad. Du findest, Mama übertreibt mit ihren sechsminütigen Sprachnachrichten. Heb sie trotzdem auf. Ich sag ja nur. Wenn du noch bei der Sparkasse bist: kein Urteil. Nur eine Frage: Hast du dich dafür entschieden? Du, vor fünf Jahren
Nils, du wolltest sonntags keine Arbeitsmails mehr beantworten. Welcher Tag ist heute?
Clara, ich bin 17 und mir in drei Dingen sicher. Erstens: Ich werde nie in einem Büro arbeiten. Zweitens: Ich werde nie heiraten. Drittens: AnnenMayKantereit ist die beste Band aller Zeiten. Abhaken darfst du selbst. Clara, Q2, Freistunde um 11, statt fürs Deutsch-Abi zu lernen
Häufige Fragen
Wie fängt man einen Brief an sein zukünftiges Ich an?
In der Gegenwart, wie einen Bericht. Beschreib, womit du deine Tage verbringst und was dir gerade den Schlaf raubt. Gib dir keine Befehle: In fünf Jahren hast du keine Lust, der Person zu gehorchen, die du heute bist. Stell dir lieber Fragen. Die Antworten kennt dann sie.
Wie schickt man sich selbst eine Nachricht in einem Jahr?
Auf Capsül schreibst du die Nachricht und trägst deine eigene Adresse als Empfänger ein, mit einem Datum in einem Jahr. Für mehr als 180 Tage brauchst du ein Paket, das erste deckt ein ganzes Jahr ab. Am Vortag kommt eine Vorab-E-Mail, am Tag selbst der Link.
Was passiert, wenn ich in der Zwischenzeit meine E-Mail-Adresse ändere?
Die Nachricht geht an die Adresse, die beim Absenden eingetragen war, und eine versiegelte capsül lässt sich nicht bearbeiten. Nimm also eine Adresse, die du lange behältst: die private, nicht die vom Job. Der Link funktioniert auch, wenn du ihn erst Wochen später in einem vergessenen Ordner findest.
Wie lange sollte man warten, bis man einen Brief an sich selbst liest?
Ein Jahr für eine Zwischenbilanz, fünf bis zehn für einen Brief, der dich überrascht. Für mehr als zehn Jahre brauchst du das Prestige-Paket und Verlängerungsjahre. Je länger der Abstand, desto mehr lohnt es sich, Banales festzuhalten, etwa den Preis für einen Kaffee oder deinen Weg zur Arbeit.
Verabrede dich mit deinem künftigen Ich
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